UMTS Informationen
Allgemeine Informationen zum Thema UMTS
UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System. Dieser Mobilfunkstandard der 3. Generation hat mit 384 kbit/s bis 7,2 Mbit/s eine deutlich höhere Datenübertragungsrate
als der GSM Standard (2. Generation) mit 9,6 kbit/s bis 220 kbit/s. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) wählte UMTS ursprünglich für das Projekt IMT-2000 aus, in dem in den späten 1980er Jahren die Anforderungen an ein Mobilfunksystem der 3. Generation formuliert wurde. Nachdem Computer kleiner, billiger, beweglicher und austauschbar geworden sind, tritt zwar die Technik in den Hintergrund, aber dank den technischen Fortschritten können nun vermehrt zwischenmenschliche Kommunikation, verbesserte Informationsverteilung, persönliche Navigation, Prozessmanagement und Massendienste wie Bankdienste und E-Commerce angeboten werden. Ursprünglich hat das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) UMTS standardisiert. Heute führt dies 3rd Generation Partnership Project (3GPP) weiter und erweitert die Standardisierung ständig.
HSDPA soll Empfangs-Datenraten (Downlink) von 14,6 Mbit/s ermöglichen. Allerdings erreicht die nutzbare Datenrate wegen der Vierphasen-Modulation nur 3,6 Mbit/s, das ist ungefähr die Verbindungsgeschwindigkeit von DSL im Festnetz. Wird anstatt Vierphasen-Modulation Quadraturamplitudenmodulation 16-QAM angewendet, kann unter günstigen Funkbedingungen (Laborbedingungen) eine Verbindungsgeschwindigkeit von 13,98 Mbit/s erreicht werden. Die im Moment erreichten nutzbaren Datenraten von max. 3,6 Mbit/s sollen im Rahmen eines geplanten Ausbaus von HSDPA noch weiter gesteigert werden. Dazu muss aber auch die Senderate (Uplink) wesentlich höher werden. Mit dem High Speed Uplink Packet Access (HSUPA) soll es möglich werden, diese über einen Zwischenschritt von 1,4 Mbit/s auf 5,8 Mbit/s zu steigern. Im Laufe des Jahres 2008 sollte die Spezifikation so abgeschlossen worden sein, dass im Downlink 14,4 Mbit/s und im Uplink 5,8 Mbit/s erreicht werden.
In den meisten Industrieländern sind heute UMTS-Netze vorhanden. Der Start verlief aber schleppend, da einerseits nur wenige Endgeräte verfügbar waren, mit denen man UMTS nutzen konnte und andererseits die Nutzergebühren sehr teuer waren. Es ist zwar mit UMTS möglich per Roaming in ausländischen Netzen zu Telefonieren. Noch heute ist aber nicht klar, ob alle UMTS Handys in allen Netzen kommunizieren können, da die International Telecommunications Union neben UMTS noch weitere zwei Standards zugelassen hat. Damit gibt es drei Standards: in Europa und Japan UMTS, in den USA CDMA2000 und in Fernost UWC-136. CDMA ist eine in den USA schon lange eingeführte Technik. Auf Ihr lässt sich ohne große Mehrkosten eine Mobilfunktechnik der 3. Generation wie UMTS aufbauen. Aber die Übertragungsfrequenzen sind unterschiedlich. Ähnliches kann von der UWC-136 Technikgesagt werden. Somit kann ein Europäisches UMTS Handy wahrscheinlich in den USA und in Fernost, außer Japan, nicht eingesetzt werden.
Die hohen Nutzergebühren wurden u.a. mit den hohen UMTS-Lizenzkosten und mit dem durch UMTS notwendigen völligen Neuaufbau der Netze begründet. Die BRD beispielsweise nahm mit der Versteigerung der Lizenzen im Jahre 2000 c.a 50 Milliarden Euro ein. Es waren damals 6 verschiedene Mobilfunk Anbieter, die je c.a 8 Milliarde Euro (damals noch 16 Milliarden DM) bezahlten. Weltweit waren dies die höchsten bezahlten Kosten. Umgerechnet auf Kosten pro Einwohner ergaben dies 614 Euro. In Spanien wurde etwa 50-mal weniger bezahlt und in der Schweiz gar ca. 100-mal weniger.
Die heutigen UMTS Tarife zeigen ein vielfältiges Gesicht. In Deutschland bieten vier UMTS Anbieter und verschiedene „Reseller“ oder „Service Provider“ Ihre Dienste für den mobilen Internetzugang an. Eines ist dabei zu berücksichtigen: Notebooks und Handys können nur parallel benutzt werden, wenn zwei SIM-Karten vorhanden sind
Dabei gibt es:
Volumentarife bei denen die Internetnutzung mit einer monatlichen Volumenbegrenzung behaftet ist.
Zeittarife bei denen pro Monat gewisse Zeitkontingente im Internet verbraucht werden können.
Prepaid Datentarife bei denen eine Stunden und Tagesnutzung möglich ist.
UMTS Zuhause Tarife bei denen UMTS DSL ersetzt.
UMTS Flatrates zum unbegrenzten Surfen zum Pauschalpreis.
UMTS HSDPA Flatrates bei denen DSL-Niveau im mobilen Internet erreicht wird.
Auslandtarife für die Nutzung des Internets im Ausland.
Bevor man sich für einen Provider entschließt sollte man sich über das Umfeld dieses Providers genau ins Bild setzen.
Bei T-Mobilen findet man immer die ausgereifteste Technik. War dieser Provider vorher relativ teuer, sind heute Laptopkarten mit angepassten Datentarifen wesentlich billiger zu haben.
Auch Vodafone hat modernste Karten im Angebot und schneidet diese und damit auch die Tarife detailliert auf die Kundenbedürfnisse zu. Die Preise dürfen als adäquat bezeichnet werden und werden jeweils der aktuellen Entwicklung angepasst. Für Internetnutzung im Ausland sind die Vodafonetarife die günstigsten. Vodafone hat zudem eine hervorragende UMTS Netzabdeckung und setzt auf HSDPA.
o2 ist der kleinste Netzbetreiber in Deutschland, hat die HSDPA Technik im eigenen Netz integriert und hat heute die tiefsten Datentarife.
E-Plus hat ein eigenes UMTS Netz hat aber HSDPA noch nicht integriert. Die Flatrates werden bevorzugt angeboten.
Base benutzt das Mobilfunknetz von E-Plus und bietet eine preiswerte Flatrate an, die mit Handy-Flatrates kombiniert werden können.
Weitere günstige Konditionen gibt es bei MoobiCent, MoobiAir und Talkline.
Eine bisher nicht erwähnte Möglichkeit ist die Anforderung einer bestimmten Quality of Service (Service Level Agreement). Hier garantiert der Provider für einen bestimmten Qualitätsstandard die Einhaltung bestimmter Qualitätsparameter. Dies erfordert einen gewissen Aufwand, weshalb der Provider höhere Preise für seine Dienste fordert.
Heute ist man schon auf dem Weg zur 4. Generation des Mobilfunks. Das Ziel ist die Schaffung globaler und universeller Systeme, die Telekommunikationsdienste mit multimedialen Diensten verbinden. Dies schafft neue technische Probleme. So müssen viele ineinander geschachtelte Netze kommunizieren können. Dazu kommt eine weiter steigende Anzahl von Providern. Es wird vorgeschlagen, durch bessere Nutzung der Frequenzspektren die Bruttoübertragungsrate zu erhöhen und die Kosten der Netzbetreiber zu reduzieren. Es sollen Datenübertragungsraten bis zu 25 Mbit/s erreicht werden. Dies soll durch Kompression und Codierung der Daten erreicht werden. Weiter sollen Uplink und Downlink getrennt werden. Für Uplink wären UMTS und GPRS Kandidaten, für Downlink WLAN. Letztlich sollen mehrere Benutzer Zugriff auf den gleichen Datenkanal bekommen. Auch sollen traditionelle Mobilfunksysteme (GSM, UMTS), WLAN-Technologien und Satelliten- und Broadcastingsysteme vereinigt werden.
Neue Satelliten, sogar Satellitensysteme werden bei diesen Neuerungen eine tragende Rolle spielen. Schon jetzt bietet Telecom Austria ein Gesamtpaket für ISP (Internet Service Provider) über Telstar 11N an. Dieser Satellit wurde durch den in Ottawa ansässigen Satellitenbetreiber Telesat im Februar 2009 auf eine geostationäre Umlaufbahn gebracht. Die Ausleuchtzone des auf 37,5° West positionierten Satelliten umfasst Europa, Afrika und die beiden amerikanischen Subkontinente. Die Satellitenbodentstation wird schon jetzt von vielen Betreibern internationaler Satellitendienste genutzt. Im Hinblick auf die Fussballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika wird Telstar 11N eine Besondere Bedeutung erlangen. Über ihn werden zahlreiche Fernsehstationen Bilder von den Spielen in der ganzen Welt verbreiten. Durch die Ausleuchtung von Europa werden sich auch neue Bandbreiten in Richtung Mittlerer Osten eröffnen. Auch Madagaskar, Tansania, Somalia Angola, Nigeria und Mozambique interessieren sich für die über Telstar 11N angebotenen Dienste.
Im Zusammenhang mit der stetig wachsenden Verbreitung der Mobiltelefonie wird oft behauptet, die erzeugte Strahlung sei gesundheitsschädigend. Eine Studie in Holland stellte solches im Jahre 2003 fest. Die Schweizer Studie kommt aber zu einem negativen Resultat. Untersuchte Personen zwischen 20 und 60 Jahren zeigten, im Vergleich mit Kontrollbedingungen ohne Strahlung, keinerlei Veränderungen im Wohlbefinden und in der geistigen Leistungsfähigkeit. Auch waren sie nicht in der Lage UMTS Strahlung wahrzunehmen. Da die Versuchspersonen aber nur kurzzeitig der UMTS Strahlung ausgesetzt waren, können keine Rückschlüsse auf Auswirkungen einer Dauerbestrahlung gezogen werden.
Im Frühjahr 2006 waren in Deutschland 2,3 Millionen UMTS Kunden registriert. 2008 registrierte Vodafon bereits ca. 4 Millionen Kunden das Zeigt wie rasant die UMTS Nutzung zunimmt. UMTS wird in Zukunft eine nicht mehr wegzudenkende Option sein. Allerdings wächst die Netzabdeckung in Deutschland relativ langsam. In interessanten Gebieten wird sie ständig ausgebaut, eine flächendeckende Netzabdeckung wird es aber möglicherweise nicht geben. Dies ist aber nicht so tragisch, denn im Falle fehlender UMTS Abdeckung gibt es keinen Abbruch der Internetverbindung, da der Internetanbieter vollautomatisch auf einen verfügbaren Internetdienst wechselt.